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Nachdem der Gitarrist Ritchie Blackmore sich nicht mehr mit Deep Purple identifizieren konnte, stieg er aus und gründete seine eigene Band. Er nahm ehemalige Mitglieder von Elf mit ins Boot und Rainbow war geboren. Das 1981 erschienene Album „Difficult To Cure“ brachte der Band ihren bisherigen größten kommerziellen Erfolg. Schon der Opener „I Surrender“, eine Coverversion von Russ Ballard, schoss auf Platz 3 der UK-Charts und ebnete den Weg in die Massenpopularität. Das imposante „Spotlight Kid“ besticht dagegen durch typische Rainbowriffs, die von filigranen Soli abgelöst werden. Weitere Highlights sind die Instrumentaltitel „Vielleicht das nachster Zeit“ und das fulminante „Difficult To Cure“, eine Rockrezitation von Beethovens „Ode an die Freude“ aus der 9. Symphonie. Rock vom Feinsten! Klappcover, coloured Vinyl.
Text vom pure Team zu Rainbow:
In einer Gaststätte herrscht üblicherweise ein reges Kommen und Gehen. Das ist im "Rainbow Bar and Grill" nicht anders. Direkt am Sunset Strip gelegen, ordert man hier vielleicht die "Fettucine Alfredo" für 14 Dollar 95 oder doch das "Porterhouse Steak" für 29,95. Man isst, zahlt und geht wieder. Elvis Presley hat es so gehalten, Marilyn Monroe auch. John Lennon war hier, Alice Cooper, Lemmy und natürlich und die ganze Rasselbande von Guns N' Roses. John Belushi aß im "Rainbow Bar and Grill" seine letzte Mahlzeit. Es gab Linsensuppe.
Auch Ritchie Blackmore war dort Gast. Es dürfte ihm gemundet haben, denn immerhin benannte er eine Band nach dem Lokal: Rainbow. Als ihm Mitte der 70er die Versuche seiner angestammten Band Deep Purple, es vermehrt mit Funk und Blues zu versuchen, zuviel wurden, ahnte er vermutlich nicht, wie treffend sich die Hommage erweisen sollte. Wie im "Bar and Grill" herrschte auch in der Band ein bewegtes Hin und Her. Die Leute kamen, die Leute gingen. 24 Mitglieder verzeichnet die Geschichte der Band. Nur den wenigsten gelang es, auf mehr als einer Platte mitzuspielen.
Es begann gleich nach dem 1975 erschienenen Debüt "Richie Blackmore's Rainbow". Der Gitarrist hatte sich mit Ronnie James Dio verbündet, um David Coverdale zu entkommen. Denn der hatte vor, statt Hardrock vermehrt "Shoeshine Music" zu machen, wie es Blackmore nannte. Das Album erfreute sich einiger Beliebtheit, mit "Man on the Silver Mountain" gelang sogar ein kleinerer Hit. Mit Erscheinen der Platte kam es zu den ersten Kündigungen. Blackmore feuerte die gesamte Band, die sich aus Dios vormaliger Truppe Elf zusammengesetzte. Auf Tour ließen sich Blackmore und Dio - der zunächst noch bleiben durfte - von Cozy Powell an den Drums begleiten. Mit dabei waren Tony Carey an den Keyboards und Bassist Jimmy Bain.
Tatsächlich überlebte diese Inkarnation von Rainbow eine Weile. Gemeinsam ging es ins Studio: "Rising", 1976 erschienen, sollte eines der klassischen Rainbow-Alben werden. Fortan spielte das gewohnte Songformat keine Rolle mehr. Rainbow erfanden die Blaupause für die Supergroups der damaligen Zeit, indem sie eine Songlänge von fünf, sechs Minuten niemals unterschritten. "Stargazer", "A Light in the Black" und "Tarot Woman" vermittelten zwischen Psychedelic und klassischer Musik. Gitarre und Keyboards verschlangen ihre melodischen Linien fugenhaft, das hinzugezogene Philharmonische Orchester München tat sein übriges. Damit schuf "Rising" die Grundlagen für Hardrock und Metal, die über die viel spätere New Wave Of British Heavy Metal hinausreichten. Überzeugen kann man sich davon mittels einer reichhaltig ausgestatteten Deluxe-Edition des Albums, dessen originales Cover von Tarzan-Zeichner Ken Kelly gestaltet wurde. Neben Rehearsals und Rough Mixes enthält die Doppel-CD zwei verschiedene Original-Mixe, da "Rising" seinerzeit für den US-Markt anders abgemischt wurde als für England.
Natürlich wurden bald wieder Stühle gerückt. Dio entschwand zu Black Sabbath, um dort seinen Hang zu Mystizismus und Fantasy auszuleben. Schon drei Jahre später war Rainbow kaum mehr wiederzuerkennen. Blackmore hatte den ornamentalen Stil geflissentlich entrümpelt. Auf "Down to Earth" (1979), dem passenden Gegenstück zu "Rising", zeigte sich Rainbow wesentlich straighter. Zeugnis davon gibt ebenfalls eine neu veröffentlichte Deluxe-Edition, die neben dem Album rare B-Seiten und Instrumentals enthält. Auch dieses Album ist eine der haltbarsten Momentaufnahmen der Rockgeschichte. Graham Bonnet gab hier ein kurzes Stelldichein als Sänger, ehe er beim ersten "Monsters of Rock" derart besoffen auf der Bühne erschien, dass ihm Blackmore im Anschluss Hausverbot erteilte. Und doch: Mit "Since You Been Gone" gelang eine Ausdeutung des Hardrock, wie er auch für Radiosender attraktiv wurde - Bonnets gesanglicher Beitrag dürfte einer der meistgehörten der Bandgeschichte sein. Cozy Powell, inzwischen nach einem Autounfall verstorben, beweist indes auf "Down to Earth" einmal mehr seine Klasse als einer der verlässlichsten Drummer des Genres - musikalisch ebenso wie allein schon durch den Umstand, dass er mit der Ausnahme von kurzen Unterbrechungen einer der wenigen ist, die Ritchie Blackmores Rainbow langfristig begleitet haben.
Natürlich wurden umgehend neue Saiten aufgezogen. Rainbow ist schließlich keine Band, wo die Mitglieder noch nach der Show zusammen essen gehen. Sondern ein hochdrehender Think-Tank in Sachen Gitarrenmusik. Nicht allein die musikalische Expertise macht es lohnenswert, sich mit Rainbow erneut zu beschäftigen. Auch der fortwährende Wandel, den Blackmore zum Prinzip erhoben hat, erlaubt Einsichten einiger Tiefe. Zum Beispiel die, dass viele Köche keineswegs den Brei verderben - vorausgesetzt, man setzt sie nacheinander ein.
Geschrieben von pure-Team am 24.2.2011 - Musikstil: Rock
- Interpret: Rainbow
- Titel: Difficult To Cure
- Normale LP (180 g, Coloured Vinyl)
- Label: Rock Classics
- Bei uns im Jahr 2010 erschienen
Klang 2 | Pressung 2 |
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Lieferstatus: verfügbar | Art.Nr.: RCV 024 | 21,50 € (inkl. 19% MwSt.)
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